Pulled Pork aus dem Ofen – es funktioniert!!!

 
Immer wieder habe ich Rezepte über Pulled Pork gelesen und mir gedacht, dieses butterweiche Fleisch möchte ich auch mal hinkriegen. 
 
Das Rezept für Pulled Pork stammt aus Nordamerika und gehört dort zu einem klassischen Barbecue dazu. Traditionell wird es aus einem großen Stück Schweinenacken in einem Barbecue-Smoker zubereitet. Der Rauch sorgt für den typischen Barbecue-Geschmack. Bei einer Niedrigtemperatur von 100°C-130°C wird es zwischen 10-16 Stunden gegart. Danach sollte das Fleisch ganz zart sein und kann in kleine Stücke gezupft werden. Serviert wird es mit Barbecuesauce auf Hamburger Brötchen.
 
Soweit die Theorie. Was macht man nun aber, wenn man keinen Smoker besitzt? Man improvisiert! Die Anregung (und den Appetit) holte ich mir mal wieder von Anitas Blog olles Himmelsglitzerdings, ich liebe ihre Ideen! 
 
Ihr braucht:
  •  ca 2kg Schweinenacken oder Schweineschulter (ausgelöst)
  • Grillmarinade (fertige oder selbst hergestellte)
  • 250ml BBQ Soße
  • 150ml Apfelsaft
  • 150ml Gemüse- oder Hühnerbrühe, sehr würzig, ihr könnt knapp die doppelte Menge des Brühpulvers nehmen, als angegeben.
  • 3 Eßlöffel braunen Zucker
  • etwas Öl
  • nach Möglichkeit würde ich ein Fleischthermometer empfehlen

Das Fleisch habe ich mit einer BBQ-Würzpaste von Jürgen Langbein eingerieben. Diese wurde von mir vorher mit einem Eßlöffel Knoblauchöl, einem Teelöffel Chiliöl und einem Esslöffel braunem Zucker vermengt. Achtet darauf, jede Falte des Fleisches zu marinieren, wer eine Marinierspritze besitzt, kann das Fleisch auch noch damit würzen (Notiz an mich – sofort bei amazon bestellen)

Das marinierte Fleisch kam im abgedeckten Bräter für 24 Stunden in den Kühlschrank.

 

Kurz vor Beginn des Garens habe ich die Soße hergestellt aus:  BBQ Soße, Apfelsaft, 2 Eßlöffel braunem Zucker und Gemüsebrühe. Ich habe alles kurz mit dem ausgetretenen Saft des Fleisches aufgekocht, so hat es sich gut vermischt. Etwas mehr als die Hälfte dieser Soße habe ich gleich zum Fleisch in den Bräter gegossen, der Rest kam in den Kühlschrank. Der Bräter kam ohne Deckel in den Backofen, in das Fleisch habe ich ein WMF-Fleischthermometer gesteckt. Der Herd wurde bei 120°C Unter- und Oberhitze eingestellt.
 
So und dann übte ich mich in Geduld. Aber sowas von in Geduld;-) Lange Zeit hab ich den Herd gar nicht mehr beachtet. Nach 4 Stunden fing ich an, so ungefähr jede halbe Stunde das Fleisch mit dem Fond zu beschöpfen. 
 
7 1/2 Stunden dauerte es, bis der Braten die Kerntemperatur von 93°C erreichte. Bitte nicht verzweifeln. Nach ca. 5 Stunden hatte das Thermometer schon 80°C angezeigt, dann passierte fast 2 Stunden nichts. Der Braten hat dann eine Plateauphase, die
Kerntemperatur, die ansonsten stetig steigt, bleibt eine lange Zeit auf demselben Niveau oder geht sogar etwas runter.
In der Plateau-Phase werden Fett und Bindegewebe aufgelöst und verflüssigen sich. Beides verteilt sich im ganzen Fleisch und macht es butterzart. Dieser Vorgang braucht viel Energie und deshalb kann die Kerntemperatur nicht steigen.
Auf keinen Fall darf man nun die Temperatur erhöhen, das würde die Arbeit zunichte machen.

 

 
Und wenn Ihr denkt, nach 7 1/2 Stunden gab es endlich Essen, nö;-) Jetzt musste das Fleisch noch ruhen, nach Möglichkeit mindestens eine Stunde. Dazu wird es aus dem Bräter gehoben – bitte vorsichtig, mir wäre es fast da schon auseinandergefallen. Ich habe es in Alufolie gewickelt und im Backofen auf einem Blech bei 60°C warm gehalten.
 
 
 
In der Zwischenzeit hab ich mich um die Zutaten gekümmert. Bei uns gab es keine Hamburger Brötchen dazu, sondern Bratkartoffeln (auf Wunsch vom Herrn des Hauses), Fladenbrot und Weißkrautsalat (den hab ich natürlich einen Tag vorher schon zubereitet), dazu noch Zaziki und Gurken,Tomaten, Paprika. Das Highlight zum Fleisch war aber die Soße – so genial, ich hätte mich reinsetzen können. Zum Fond im Bräter habe ich noch die restliche Soße aus dem Kühlschrank gegeben und alles ca. 20min. zu einer sämigen BBQ-Soße eingekocht. 
 
 
 
Das Ergebnis hat sich wirklich gelohnt. Das Fleisch ist wirklich so zart wie immer beschrieben und man braucht kein Messer, es wird mit 2 Gabeln auseinandergezupft.
 
 
 
 Liebe Anita, herzlichen Dank für Deinen Blogbericht, ohne Dich hätte ich mir das gar nicht zugetraut!
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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8 Kommentare

  1. Ich kann nichts anderes dazu sagen als einfach nur :"Geil"! Das muss ich unbedingt ausprobieren!!! Aber Geduld ist hier wirklich nötig…Liebe Grüße zum Sonntagabend Silvia

  2. Boah!!!!!! Das sieht ja sooo gut aus, Dein Pulled Pork ist ja wirklich richtig, richtig lecker geworden, sieht großartig aus. 🙂

    Schön, dass Du Dich getraut hast und ich Dir da noch einen kleinen Anstoss zu geben konnte.

    Liebe Grüße
    Anita ★

  3. Hallo, wir haben einen Food Truck der 1 mal in der Woche kommt und nur dieses Pullend Pork verkauft. Da habe ich aus lauter neugierig einmal einen Sandwich probiert. Ich denke mal, dadurch das da diverse Beilagen wie Sauerkraut, Zwiebel darauf waren, war es gar nicht mein Fall. Leider war auch ganz wenig Fleisch darauf, das aber sehr zart geschmeckt hatte. Lg Tina-Maria

  4. Hallo Antje,

    ich kannte das bisher nur aus dem TV, Deine Food-Bilder sind ja umwerfend, da möchte man gleich Platz nehmen.
    Mich reizt das jetzt aber auch mal… sieht sehr schmackhaft aus.

    Liebe Grüße von Marion

  5. Wow das sieht so lecker aus bei uns gibt es seit neusten einen "Frittenladen" der das Fleisch verkauft da werde ich erst mal probieren gehen. Den bei einer so langen Zubereitungszeit mag ich zumindest ungefähr wissen wohin die Reise geht 🙂 aber dann werde ich
    das Rezept auf jeden Fall einmal ausprobieren.
    Liebe Grüße
    Sandra

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